Profil
Nils
Petersen
Rekordjoker. Olympiasilber. Kreisliga B.

34 Tore nach Einwechslung. Kein Spieler hat in der Geschichte der Bundesliga oefter getroffen, nachdem er vorher auf der Bank sass. Nils Petersen ist der Rekordjoker der Liga - und das ist nicht die Fussnote seiner Karriere, sondern ihre Pointe.
Geboren am 6. Dezember 1988 in Wernigerode, ausgebildet in Halberstadt und am Sportgymnasium in Jena. Sechzehn Jahre Profifussball, 2016 Olympiasilber in Rio, seit 2023 TV-Experte, heute bei DAZN. Und immer noch aktiv - in der Kreisliga B.
Die Karriere
Von Jena nach Muenchen.
Und dann acht Jahre Freiburg.
Der Anfang
Angefangen hat es beim FC Einheit Wernigerode und beim VfB Germania Halberstadt, weiter ging es am Sportgymnasium in Jena. Im Februar 2007 stand er zum ersten Mal fuer Carl Zeiss Jena in der 2. Bundesliga auf dem Platz - eingewechselt in der 89. Minute. In der Saison darauf traf er als Joker gegen Aachen, Aue und Kaiserslautern. Das Muster war fertig, bevor irgendjemand einen Namen dafuer hatte.
Cottbus: der Durchbruch
In der Winterpause 2008/09 ging es nach Cottbus, im Mai 2009 folgte das Bundesligadebuet. Der eigentliche Sprung kam 2010/11: 25 Tore, Torschuetzenkoenig der 2. Bundesliga, und eine halbe Liga am Telefon.
Bayern und Bremen
2011 der Wechsel zum FC Bayern, Ruecknummer 9, am Ende der Saison das Champions-League-Finale. Sein erstes Bundesligator schoss er beim 7:0 - gegen den SC Freiburg, ausgerechnet. In Bremen fand er dann die Spielzeit, die ihm in Muenchen fehlte: alle 35 Pflichtspiele, elf Tore, danach ein fester Vertrag.
Freiburg: acht Jahre, hundert Tore
Im Januar 2015 kam er auf Leihbasis nach Freiburg. Bei seinem Debuet gegen Eintracht Frankfurt wurde er zur Halbzeit eingewechselt und machte einen lupenreinen Hattrick - den ersten eines Freiburgers in der Bundesliga ueberhaupt. Der Verein stieg trotzdem ab, Petersen blieb trotzdem. Ein Jahr spaeter: 21 Tore, Zweitliga-Meisterschaft, Wiederaufstieg.
2017/18 traf er 15 Mal und war bester deutscher Torschuetze der Liga. 2019 wurde er alleiniger Freiburger Bundesliga-Rekordtorschuetze, ein Jahr spaeter zog er am vereinsinternen Rekordhalter Joachim Loew vorbei. 2022 fiel sein 100. Pflichtspieltor fuer den SC - gegen die Bayern. Inzwischen hat Vincenzo Grifo die Vereinsrekorde uebernommen; Petersen duerfte das verkraften.
Im Mai 2023 wurde er verabschiedet. In seinem letzten Heimspiel traf er noch einmal, fuenfzehn Minuten vor Schluss. Man kann eine Karriere schlechter beenden.
Rio 2016
Beim olympischen Turnier in Brasilien traf er fuenfmal in einem einzigen Gruppenspiel gegen Fidschi, wurde mit sechs Toren Torschuetzenkoenig des Turniers und holte mit Deutschland Silber. Dafuer gab es das Silberne Lorbeerblatt. Fuer die A-Nationalmannschaft blieb es bei zwei Einsaetzen - 2018 stand er im vorlaeufigen WM-Kader und wurde vier Tage vor der Nominierung gestrichen, als bester deutscher Torschuetze der Saison.
Heute
Seit dem Karriereende arbeitet er im Fernsehen: erst fuer Prime Video, dann fuer RTL, seit der Saison 2025/26 als Experte bei DAZN. 2023 erschien sein Buch „Bank-Geheimnis“ ueber die Werte des Profifussballs. Und seit 2025 laeuft er fuer die zweite Mannschaft der Sportfreunde Oberried in der Kreisliga B auf - mit einem Toreschnitt, ueber den er sich bei PIPAPO regelmaessig selbst beschwert.
Vereinskarriere
FC Carl Zeiss Jena
2005–2009 Profidebuet mit 18 in der 2. Bundesliga. Eingewechselt in der 89. Minute - der Joker war von Anfang an da.
Energie Cottbus
2009–2011 Bundesligadebuet 2009, dann der Durchbruch: 25 Tore und Torschuetzenkoenig der 2. Bundesliga 2010/11.
FC Bayern Muenchen
2011–2013 Ruecknummer 9 beim Rekordmeister, Champions-League-Finale 2012. Sein erstes Bundesligator faellt ausgerechnet gegen den SC Freiburg.
Werder Bremen
2012–2015 Erst geliehen, dann fest verpflichtet. In der ersten Saison alle 35 Pflichtspiele und elf Bundesligatore.
SC Freiburg
2015–2023 Acht Jahre, 100 Pflichtspieltore, Vereinsrekord, DFB-Pokalfinale. Das Kapitel, das ihn zum Freiburger Kulturgut gemacht hat.
Sportfreunde Oberried II
seit 2025 Kreisliga B. Sonntags, auf Rasen, mit Doppelpack-Anspruch.

